Hersteller von Fahrscheinausrüstung
- Adtranz siehe AEG.
- AEG ist - oder eher war - in fast allen Generationen der
Fahrscheintechnik am Markt. Schon vor dem ersten Weltkrieg hat
AEG die Reichsbahn mit Drucksystemen für edmondsonsche Fahrkarten
beliefert. In den dreißiger Jahren kam der als "AEG-Drucker"
bekannte mechanische Fahrscheindrucker des Typs "KAD"
bzw. "PRZ9"
auf den Markt,
ein weitverbreiteter Drucker
in Bussen in der
gesamten zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Seit den 80ern
wurde AEG zu einem führenden Hersteller von elektronischen
Fahrscheindruckern. Nach der Übernahme der AEG durch Daimler-Benz
wurde die Fahrscheinsparte der Schienenverkehrstochter Adtranz
zugeschlagen. Bei der Zerschlagung von Adtranz im Jahr 2001 kam
die Fahrscheinsparte zur "TTi Systeme", die kurz darauf mit der
IVU Traffic Technologies
fusioniert wurde.
- AL AG: Diese Firma nennt ihren
Fahrscheindrucker Phönix und ihren Automaten Hermes. Viel mehr war
auf der Homepage nicht herauszufinden.
- ALMEX
war früher als schwedisches Unternehmen vor allem
für mechanische Fahrscheindrucker bekannt.
Die Markenrechte gingen zunächst an die britische
Metric Group,
die von der deutschen Firma Höft&Wessel (siehe
unten) übernommen wurde.
- ATRON electronic ist mit elektronischen
Fahrscheindruckern,
Automaten und Fahrgast-Informationssystemen am Markt und in
der letzten Zeit auch recht erfolgreich.
- Ascom (bzw. Ascom Autelca),
ein schweizerisches
Unternehmen, ist nicht nur ein wichtiger Hersteller von Telefonen,
sondern auch einer der größten Hersteller
von Fahrscheinautomaten. Ascom-Automaten sind weit verbreitet,
nicht zuletzt bei der DB.
- Autelca siehe Ascom.
- Automatentechnik Baumann ist der Nachfolger der bekannten
Firma Klüssendorf.
- Beckson-Drucker (mechanisch) gab es nur in den
Niederlanden. Beschreibung folgt irgendwann auf den
Grundlagenseiten.
- Bell Punch, später Control Systems:
Diese britische Firma ist für die gleichnamigen
Locher mit Klingel und Zählwerk bekannt, die üblicherweise von
Schaffnern im Nahverkehr verwendet wurden. Später wurden auch
diverse Fahrscheingeber, Automaten und Entwerter gebaut.
- Bollmann (Schweiz): Fahrkartenschränke
- Bonney-Vehslage (B-V), (USA),
Lochzangen (1906-heute)
- Buscom stellt
sog. Proximity-Karten her, die z.B. in Marburg als Fahrscheine
verwendet werden.
- CAMP: Compagnie d'Ateliers Mecaniques de Precision war ein
französischer Hersteller von mechanischen Fahrscheindruckern und
Entwertern.
- Dilax ist ein eher
unbekannter Hersteller, dessen Fahrscheindrucker z.B. in
Kassel verwendet werden. Die Homepage erwähnt allerdings nur
noch Fahrgastzählsysteme.
- Elgeba
mit Sitz in Bad Honnef ist einer der wichtigeren deutschen
Hersteller. Im Angebot sind Komplettlösungen mit Fahrscheindruckern,
Automaten und kompletter Verkaufsausrüstung. Eine führende
Marktposition hat Elgeba insbesondere bei Entwertern.
- Erbe und Werner (DDR): Lochzangen
- Gering gibt es wohl noch und stellt Lochzangen her.
Weiteres unbekannt.
- Gibson war ein früher, hierzulande eher unbekannter, Hersteller
mechanischer Fahrscheindrucker. Größere Einsatzgebiete:
Stadtverkehre London und Melbourne. In München hat es einen
Testbetrieb gegeben.
- Gindl ist die österreichische Tochter von Scheidt&Bachmann,
siehe dort.
- Goebel ist wohl eine Firma für Druckpressen, die bis in
die 20er-Jahre auch Datumspressen und Lochzangen produziert hat.
- Güller (Hüttikon/Schweiz): Datumpressen (bis etwa
1980), Lochzangen (bis etwa 1950), Poststempel, Metallstempel
- Höft&Wessel ist mit dem
Mobilen Terminal (MT) der DB in den Markt eingestiegen und ist
mit den inzwischen flächendeckend eingesetzten neuen DB-Automaten
zu einem der größten Hersteller in Deutschland
aufgestiegen. Höft&Wessel hat sich mit der Übernahme der
britischen Metric Group auch die Rechte an der
traditionsreichen Marke ALMEX gesichert und die
Fahrscheinaktivitäten mittlerweile unter dieser Marke
zusammengefaßt.
- Hoffmann: (Zangenhoffmann, Suhl)
(dürfte nicht mehr bestehen) Lochzangen, Datumpressen
- INIT aus Karlsruhe hat ein integriertes Bordrechnersystem
für Busse im Angebot, das u.a. einen Fahrscheindrucker namens
EFAD umfaßt.
- IVU Traffic Technologies
hat auf Umwegen die Fahrscheinsparte der AEG übernommen.
- Klüssendorf war ein wichtiger Hersteller für
Fahrscheinautomaten, Entwerter und
Fahrgast-Informationssysteme. Die Markenrechte sind an die Firma
Automatentechnik Baumann (siehe oben) übergegangen.
- Koller (Kriens/Schweiz): Lochzangen
- Krauth aus Eberbach am Neckar ist seit Jahrzehnten der
unangefochtene deutsche Marktführer für
Geldwechsler und Zahltische und ist auch im Bereich der
elektronischen Fahrscheindrucker aktiv und erfolgreich.
Die meisten deutschen Fahrscheindrucker mit Tintenstrahldruckwerk
stammen von Krauth.
- Loster
bietet einen Fahrscheindrucker
namens MEFAS
2000 an. Eventuell sind MEFAS-Drucker noch bei der VGF (Vgem.
Fichtelgebirge) im Einsatz, die Vogtlandbahn hat ihre
wenigen Geräte nur kurzzeitig eingesetzt und durch solche
von Höft&Wessel ersetzt.
- Lotz (Deutschland): Fahrkartenschränke
- MAKO war früher einmal ein bekannter Hersteller von
Datumpressen, Lochzangen, Stempelzangen und den als
"Makomat" bekannten elektromechanischen
Fahrscheinautomaten für edmondsonähnliche Formate.
- M.C. Mieth (USA):
Lochzangen (Es gibt/gab auch noch
P.J. Mieth, andererorts in USA, ebenfalls Lochzangen)
- Müller (Neuhausen am Rheinfall/Schweiz, nicht mehr am Markt)
Fahrkartenschraenke, Fahrkartenpappen
- Pautze hat wohl die 70er-Jahre nicht mehr überlebt. Bekannt
ist die Firma vor allem für Druckmaschinen für edmondsonsche
Fahrkarten.
- Perdijk (Rotterdam/Niederlande):
Datumpressen 40-er bis 60-er Jahre, Lochzangen
Ende 40-er.
- PROLIX
hat Chipkarten-Fahrscheinsysteme z.B. in den Stadtverkehren
Oldenburg(Oldb) und Buchholz(Nordheide)
installiert, außerdem Komplettsysteme mit Fahrscheinautomaten
und Druckern z.B. in Bregenz und Tübingen.
- Sadamel ist ein
schweizerisches Unternehmen, das Automaten, Fahrscheindrucker
und Entwerter im Angebot hat. Einsatzstellen in Deutschland sind
mir nicht bekannt.
- Scanpoint (CTS) (Dänemark) hat Thermodrucker z.B. für die
SBG und einige VVS-Unternehmen (u.a. Bader, Schefenacker, Wöhr)
geliefert. Angeblich soll www.scanpoint.dk die Homepage
sein, aber die Seite ist nicht lesbar.
- Scheidt&Bachmann ist einer der wichtigsten Hersteller
von Fahrscheinautomaten in Deutschland, Fahrscheindrucker
und Sperrensysteme sind ebenfalls im Angebot.
Die Firma stellt u.a. einen großen
Teil der z.Z. neu aufgestellten DB-Automaten her.
- Setright war ein sehr bekannter Hersteller von mechanischen
Fahrscheindruckern. Setright-Drucker waren nahezu flächendeckend
in der DDR, Tschechien und der Slowakei im Einsatz, ansonsten
vor allem in Großbritannien und in kleinerer Anzahl nahezu
überall. In Westdeutschland ist mir kein Einsatz bekannt.
- Fritz Stoss (Solingen): Stempelzangen, 50-er und
60-er Jahre, auch mit angebautem Fahrscheingeber;
Stoss-Zangen wurden in die frühesten Elgeba-Entwerter eingebaut.
- TICO (Schweiz):
Datumpressen mit Kontrollvorrichtung, 40-er und 50-er Jahre
- TIM hat in großem Maßstab mechanische Fahrscheindrucker
hergestellt und sich auch noch an elektronischen Druckern
versucht.
- TTi Systeme siehe AEG bzw. IVU.
- Wayfarer ist ein
wichtiger englischer Hersteller von Fahrscheindruckern, die
aber anders als in Großbritannien im
deutschsprachigen Raum wenig verbreitet
sind. Einsatzstellen sind
z.B. die VGE Eisenach, der Stadtverkehr Paderborn und die
niederländischen interliner-Busse.
- Zelisko ist der unumstrittene Marktführer in
Österreich und gehört zur Firmengruppe Knorr-Bremse.
Die Firma hat auch einige größere deutsche Betriebe mit
Fahrscheindruckern ausgerüstet, so z.B. die
Bahnbusgesellschaften RVO, RAB und RVS.
- ZIFA Zifferndruck Aschersleben ist Produzent u.a. von
Stempelzangen.
- Zimmermann (wahrscheinlich Lochzangen, keine weitere Angaben)
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David Jürgens